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Mit Sushi und Schafspelz

Aufbruch zu neuen Horizonten

Die letzten Uzbek-Tage hatten es in sich

Der Weg von Samarkant bis zur Tajikistan-Grenze war Landschaftlich genial aber grippig und flüssig. Mich erwischte die Grippe bereits in Tashkent und in Samarkant war der Peak. Diese gab ich dann an Pädu weiter, der auf der Weiterfahrt drunter litt. Zusätzlich hatte ich auch noch eine üble Toillettengeschichte – die Details dann etwas später.

Nach all den Ruhe- und Ausflugstagen in Samarkant und Tashkent, ging die Reise mit dem Velo gen Osten am 24.07 weiter. Wir übernachteten vielfälltig und durften wieder überaus liebe Landsleute kennen lernen. Die erste Nacht bei der Bauernfamilie, ca 1500 MüM übernachteten wir unter freiem Himmel bei wieder einmal angenehmen Temperaturen. Einzig Ameisen, grössere Brummkäfer und der Mond beschützen uns dabei. Wir erhielten Yoghurt, Brot und frischgezapfte Milch warm ab Uter. Die zweite Nacht verbrachten wir im Hotel da es mir ziemlich mies ging. Schon am Nachmittag bemerkte ich ein unschönes Ziehen im Gedärme. Das Hotel hatte in dieser Gegend den monopolstatus und verlangte für die Nacht 50$. Pädu clever wie immer behauptete wir hätten nur Som (lokale Währung) dabei. Wir wussten, dass dann mit einem super Exchangerate gerechnet wird, und es für uns billiger wird. Es funktionnierte und wir bezahlten nur um die 30$. Endlich im Zimmer, besetzte ich wie schon angetönt, die Toilette für eine sehr lange Zeit. Darm mit Charme – eine gute Nr. 10. Ein Teller Reis und 12 Stunden Schlaf heilten alle Wunden. Die dritte Nacht verbrachten wir in der Wüste auf einer kleinen Grünfläche im Innenhof eines Bauernguts. Ein Pferd, Kühe, Hühner und zwei gwundrige Hunde beschützen uns da. Wir erhielten Wasser zum Waschen und eine paar Tomaten.

Unsere vierte Nacht war in einem Nebenraum einer Gas-Tankstelle bei einer Familie mit Hund Tyson, die uns gleich zum Abendessen und Frühstück einluden. Die Tochter mal gerade 12 Jahre alt, kochte, holte Bier und Tee, bereitete unsere Schlafplätze vor, der Sohn 15jährig managte die Tankstelle und mit dem Jüngsten 6jährig spielten wir Fussball. Die Mutter schaute im Minimarket zum Rechten und der Vater behielt den Gesamtübersicht. So geht das!

Unser Zelt hält alles aus. Bei starkem Wind stellten wir dies für die fünfte Nacht neben ein ausgetrocknetes Flussbett. Endlich mal weg von der Zivilisation und wir konnten splitterfasernackt unsere Petflaschen Dusche geniessen. Sich vom Wind dann trocknen zu lassen, das ist einfach Freiheit pur.

In Bayson, die sechste Nacht, genehmigten wir uns ein Hotel für 20$ und kuschelten uns ins Duvet und ach so flauschige Kissen. 

Bei BigMama hätten wir es noch lange ausgehalten. Bei der Suche für den geeigeneten Zeltplatz für die siebte Nacht, trafen wir auf eine Dame, die uns wiederum ein Freiluftschlafplatz mit diesmal noch Moskitonetz und Essen anbot. Und was für ein Essen. Mit Suppe, Spiegeleiern, viel Grüntee, Guetzlis und Melonen agogo verbrachten wir lange Zeit mit der ganzen Familie. Das Langenscheidt OhneWorteBuch half immer wieder über die Sprachbarriere.

Am zweitletzten Uzbek-Tag trafen wir auf Alex aus Grenoble. Er plante eigentlich Backpacking Ferien jedoch wurde es nach einem spontan Fahrradkauf nun doch eine Radtour. Spannend wie spontan manche sein können. Wir suchten uns somit zu dritt einen Schlafplatz für die achte Nacht. Auf einem Fussballfeld auf dem noch bis zum Eindunkeln Fussball gespielt wurde, neben einem Fluss in dem wir Baden konnten, liessen wir uns nieder und genossen zusammen ein feines Linsengericht. Sogar der Präsident vom Dorf kam vorbei, sprach zwar zuest von einem Problem, lies uns aber dann doch das Zelt stellen. Er war wohl so nach Deutung der Gestik um uns besorgt.

Alex verlies uns am 1. August und durfe die Grenze nach Tajikistan bereits überschreiten. Wir harrten nochmals eine Nacht in Uzun ca. 10 km vor der Grenze aus. Dies war die letzte Nacht in Uzbekistan völlig unspektakulär in einem Hotel wieder für 20$ aber weichen Kissen und Pädu konnte seine Grippe und Kopfschmerzen zum Glück richtig wegschlafen.

Diese neun Tage gefielen uns sehr. Die Landschaft veränderte sich täglich. Bewaldete Hügel mit kühleren Temperaturen bis wieder Gegenden mit über 40 Grad kein Baum, kein Strauch rein gar nix. Auf steile Aufstiege folgen ach so löchrige Abfahrten. Ja die Strassen sind echt nicht in gutem Zustand. Da zählen wir nicht mehr Km für Km sondern Meter für Meter.

Nun passierten wir am 2.8. die Grenze nach Tajikistan und sind in Dushanbe angekommen – „Das Tor zum Pamir Highway“. 

Über die Pamir-Vorbereitungen berichten wir gerne im nächsten Blog. Bis auf bald.
Liebe Grüsse

Körndle & Patrik

PS: Leider haben wir zurzeit etwas Probleme mit Hochladen von Fotos. 

6 Monate unterwegs

Am 23.06 waren es 6 Monate seit wir in Grafenried in Richtung Burgdorf aufgebrochen sind. Die Strecke damals war gerademal 15km. Heute haben wir beinahe 7000km auf dem Zähler. 

Der Aufbruch war nach Jobübergabe, Feiertage und Wohungsabgabe etwas hektisch und für manch Aussenstehenden vielleicht auch etwas übereilig und unorganisiert. Klar, wir wussten immer wohin die Reise geht. Die Länder welche wir dazu queren mussten/müssen, kannten wir, nach Europa, nur noch vom hören sagen. 

Kroatien und die Adria waren ja schon fast Heimatland. Die Sprache versteht man zwar nicht, aber English, Italienisch oder Deutsch hilft doch öfters über die Runden. Das einzige Ungewisse in der Region war das Wetter, welches uns auch immer mal wieder seine schlechte Seite zeigte. 

Albanien war dann das erste Land, wo wir nicht so recht wussten was uns erwartet. Einmal über die Grenze, viel uns die Armut im Gegensatz zu den andern Adria-Staaten auf. Aber wie so oft, je niedriger das Einkommen, desto freundlicher die Leute. Einzig mit dem vielen Müll der überall herumliegt konnten wir uns nicht anfreunden. 

Griechenland bereitete uns keine Kopfschmerzen (ausser dem Wein aus der 1,5L Petflasche und meinem Zahn der in Athen von Bord ging). Petrus war uns wohlgesinnt, die Orangen fielen reif von den Bäumen und der Asphalt glatt wie ein Babypopo. 
Von der Türkey kannten wir Istanbuhl und die Kebabs. Dass das Land aber mehr zu bieten hat, erkannten wir auf den ersten km. Auf Einladungen für Tee folgten solche zum Essen und/oder Übernachten. Wir wurden immer wieder aufs Neue überrascht, wobei das bei einem Fahrradfahrer oft gar nicht viel braucht. Auch die Landschaft wartete mit ein paar saftigen Überraschungen auf. Dachten wir die Stecke am Schwarzen Meer sei einigermassen flach, standen wir bald einmal vor 12-15% Steigungen! Zwar nicht grad den Gotthard hoch, aber genug um ein Fluchwort gen Himmel zu lassen. 

Dann kam Georgien und damit das erste Land von welchem wir noch an der Grenze stehend nicht genau wussten wo es sich befindet. Nach 1 Monat Türkey kannten wir dort die Spielregeln und nun war wieder alles neu. Zudem trinkt Mann hier wieder Alkohol, was nicht immer positive ist. Aber Georgien überraschte uns mit unglaublicher Landschaft. Hohe Berge, schroffe Täler, tropische Wälder und umtriebige Städte findet man hier. Übernachten kann man günstig bei Familien wo man gleich noch verköstigt wird. Resumé nach 6 Monaten, Georgien ist das Land, welches wir am ehsten weiterempfehlen würden. 

Azerbaijan hatte somit den Zonk gezogen, da wir nun natürlich sehr hohe Ansprüche hatten. Diese konnten teils erfüllt werden (saftig grüne Hügel, weite Ebenen mit Kornfelder) aber halt nicht übertroffen. 

Im Iran erreichte die Gastfreundschaft ihren Zenit. Mit ihr stieg aber auch das Thermometer, welches in der Wüste zum ersten Mal die 40° Grenze knackte. Die anfänglichen Ängste über den Ramadan wurden uns schnell entzogen, nur mit den Kleidungsvorschriften konnte Frau sich nicht anfreunden. Ach ja, und wir haben keinen einzigen getroffen, welcher die aktuelle Regierung im Iran unterstützt. Die meisten wünschen sich die Zeit vor Komeihni zurück. 

Welcome to Turkmenistan, radel, schwitz, trink, schlaf, Anstehen, Zug, früh, Goodby Turkmenistan. 

Nun sind wir noch 7 Tage in Uzbekistan. Hier erleben wir die Kultur und Geschichte der Seidenstasse hautnah. Und Samarkand war für mich, nach all den Reisegeschichten die man liest, ein Meilenstein auf unserer Reise. 

Klar erleben wir auch unschöne Momente wie Magenbeschwerden, Flitzekacke, Hitze, Regen, Kälte, Einöde, Stress beim Zeltplatzsuchen, Mücken, Behörden, Visumsanträge, zu-steil den Berg hoch gezogene Strassen, schon mal gebrauchte Bettwäsche, stinkende LKW’s, gedacht haben man hätt was liegen gelassen und es dann doch nicht so war, Unstimmigkeit in der Diskussion zwischen Sender und Empfänger, usw. Aber nichts, dass uns von unserem Vorhaben hätte abhalten können. 

Und somit radeln wir weiter und schreiben unser Erlebtes weiterhin in diesen Blog, welchen ihr weiterhin felissig lesen müsst, denn sonst hört uns ja eh keiner zu. 

Lieber Gruss aus der Ferne,

Patrik & Körndle

   

Im Herzen der Seidenstrasse

Nach unserem kurzen Aufenthalt in Turkmenistan sind wir am 08.07 bei Farab über die Grenze nach Uzbekistan eingereist. Wieder ein neues Land und wieder neue Spielregeln. Geld wechseln geht auch hier nur über den Schwarzmarkt (1$ = 6000 Som). Da die grösste Geldnote 5000 Som ist und man für 100$ 600’000 Som erhält, besitzt man nach dem Tausch einen Sack voll Geld. 

In zwei Tagen gings von der Grenze in die Oasenstadt Buchara, einer der alten Metropolen an der Seidenstrasse. Nun im Sommer drückt die Hitze aus der Wüste in die Stadt (40°C und mehr). Die wenigen Touristen die unterwegs sind (viele Hotels sind geschlossen) trifft man morgens oder abends. Tagsüber steht das Leben still. 

Von Buchara radelten wir weiter nach Samarkand, die wohl bekannteste Stadt an der Seidenstrasse. Der Saison angepasst, starteten wir unseren Tag um 06:00, radelten bis am Mittag, suchten ein Restaurant für die Verpflegung und wo wir danach noch 2-3 Siesta machen konnten. Um 16:00 gings dann weiter bis wir kurz vor Sonnenuntergang einen geeigneten Zeltplatz fanden und unser Lager aufschlugen. 

Gelegen auf einer Hochebene in 720müm, ist das Klima in Samarkand etwas erträglicher. Viele Herrscher erkannten die gute Lage der Stadt und so war diese von strategischer Wichtigkeit zu Zeiten der Perser, der Türken oder der Mongolen, bis 1868 dann die Russen die Region einnahmen. Als Knotenpunkt an der Seidenstrasse, lehrten hier grosse Professoren an den zahlreichen Universitäten (Madrasas) in Astrologie, Philosophie und Medizin.   

Da wir in Samarkand noch gute 16 Tage bis zum Grenzübertritt nach Tajikistan hatten (Einreisevisum 02.08) und uns die Weiterreise nur 10 davon beanspruchen sollte, entschieden wir einen Abstecher nach Tashkent zu machen. Drei Schweizerinnen welche wir im Hostel trafen, hatten bereits Pläne wie dorthin und wir schlossen uns spontan an. So waren wir froh, nicht immer alles selber organisieren zu müssen, zudem konnten wir uns unterhalten “ wie uns der Schnabel gewachsen ist“. 

Tashkent als Stadt hat uns dann doch nicht von den Socken gehauen. Die historischen Sehenswürdigkeiten haben einfach nicht den Charme von Samarkand oder Buchara. Und auch sonst gibt es interessantere Hauptstädte zum entdecken. Aber unser Hostel dort war erste Klasse und so habe wir es ein paar Tage ausgehalten mit nichtstun oder noch weniger machen. 

Zwei Tage zog es uns jedoch in die Berge. Im nahegelegenen Skiressort „Chimgan“ wollten wir der Hitze vom Flachland entkommen und etwas frische Luft schnappen. Die Fahrt dorthin war schnell organisiert (Sammeltaxi). Nur die Suche nach einer geeigneten Übernachtungsmöglichkeit sollte sich etwas schwieriger gestalten. Vor Ort angekommen, teilte man uns mit es gäbe nur ein Hotel und das kostet 70$ pro Zimmer. Bezahlten wir bis jetzt so 20-30$ pro Zimmer, war das eindeutig zu viel. Nach langer Dskussion boten uns ein paar „Gümmeler“ ein Zimmer an, welches wir gratis hätten benutzen können. Gut, der Begriff Zimmer ist wohl etwas übertrieben, war es ein Loch mit zwei verstaubten Matratzen. Für einen von uns ein „no-go“. Nach weiteren Diskussionen landeten wir schlussendlich in einer privaten Unterkunft mit Essen und Doppelzimmer (ohne Dusche) für 25$. Mit etwas Geduld geht viel. 

Auf der Rückfahrt nach Tashkent lud uns ein grosser Stausee zum Baden ein. Das Wasser war mit ca. 20°C herrlich erfrischend. Nur ist der Stausee aber auch die nächstgelegene Möglichkeit auf ein kühles Bad von Tashkent aus, was einen ziemlichen Besucherstrom anzieht. Die Ballerman ähnliche Stimmung am gar nicht so breiten Ufer lies uns kurz die Badehosen anziehen, danach aber gleich wieder weiterfahren. 

Nun sind wir wieder zurück in Samarkand und bereiten uns auf die Fahrt nach Dushanbe vor. Nochmals geniessen wir einen Ruhetag bevor wir morgen die Velos wieder satteln und weiter gen Osten radeln. 

Liebe Grüsse,

Körndle & Patrik  

Transit Turkmenistan

Mit unserem 5 Tages Transit-Visum war die Zeit welche wir in Turkmenistan verbringen durften, ziemlich limitiert. Ein Touristenvisum bekommt man aber nur in geführten Gruppen. Also, 5 Tage, ca. 500km und das durch die Karakum Wüste mit Temperaturen meist über 40 Grad. 

An der Grenze klappte alles eigentlich reibungslos. Ein paar mal leer Schlucken mussten wir als man uns nach Hotelreservationen fragte, welche wir natürlich nicht hatten oder bei der Frage wieso wir denn 5 Tage für die Durchreise benötigten. Die erste Frage konnten wir beantworten, indem wir einige Hotelnamen in unserem Reisehandbuch (LonelyPlanet) heraussuchten, Namen reichten, Reservationen wollte dann doch niemand sehen und bei der zweiten Frage zeigten wir auf unsere Fahrräder, womit auch diese geklärt war. 

Also los gehts im Land Nummer 11. Erst mal Geld wechseln, damit wir auch genügend Bargeld haben. Nur, der offizielle Banken-Wechselkurs (1$ = 3 Manat) ist aber ca. 40% schlechter als der Wechselkurs auf dem Schwarzmarkt. Also rein ins erste Geschäft und fragen. 100$ = 400 Manat war das erste Angebot. Als wir zögerten, fragten uns die Damen, was wir den für einen Wechselkurs erwarten. Unser Problem war aber, dass wir absolut keine Ahnung hatten was den so angebracht ist. Als wir dann 450 Manat verlangten, willigten die Damen umgehend und ohne Wiederstand ein. Nun wussten wir, dass selbst dies noch ein zu tiefer Wechselkurs ist. Also nochmals einen wichtigen „Grind“ machen, etwas auf schweizerdeutsch in die Runde bellen und schon waren wir bei 500 Manat. So geht das. Später haben wir jedoch erfahren, dass teils noch höhere Wechselkurse ausbezahlt wurden. 

Turkmenistan ist jedoch super günstig, so dass wir schon fast Mühe hatten unser Geld auch wieder los zu werden. 1,5L Wasser kosten gerade mal 20Rp. und ein Essen bekommt man für 2Fr. Einzig die Hotels sind mit 40$ pro Zimmer zu teuer für was man in einem alten Soviet-Schuppen kriegt. 

Los vom Grenzort Sarakhs gings gerade hoch Richtung Mary. Die nächsten 90km gingen durch eine trockene Steppenlandschaft ohne Möglichkeit irgendwo was zu kaufen. Wir bunkerten so viel Wasser auf unseren Velos wie möglich. Nur die Hitze, der Gegenwind und die schlechte Strasse forderten ihren Tribut. Unser Wasser wurde immer weniger und der Durst immer grösser. Just zur richtigen Zeit kam ein Lastwagen angebraust, hielt an und schenkte uns eine 1,5L Flasche kaltes Mineralwasser. Ein Geschenk des Himmels. 

Für die Nacht schaften wir es aber nicht bis in die nächste Ortschaft. Aber auch in Turkmenistan konnten wir auf die Hilfe der Einheimischen zählen. So übernachteten wir bei zwei Geisshirten wo für Essen und Unterhaltung gesorgt war. 
Mary erreichten wir dann am zweiten Tag nach nochmals viel Gegenwind und heissen Temperaturen. Die Stadt (zweit grösste in Turkmenistan) bietet aber nicht viel. Generell hat der Turkmenische Staatspresident so ziemlich die Diktatur übernommen und lebt seinen Grössenwahn in Prunkbauten und übertriebener Sauberkeit aus. Finanziert wird das Ganze mit Öl und Gas. Wohlverstanden profitiert aber nur eine Minderheit von diesem Reichtum, wobei die Leute auf dem Land mit dem Minimum auskommen. Ein Iraner hat mir mal treffen gesagt, dass sich Turkmenistan zu einem zweiten Nordkorea entwickle. Na ja, ganz so schlimm ist es nun doch noch nicht. 

Von Mary nach Turkmenabad geht es mitten durch die Karakum Wüste. Die Strecke ist bekannt für unmenschlich heisse Temperaturen und Gegenden wo kein Baum einem Schatten geben kann. Das wollten wir uns nicht antun und entschieden den Zug zu nehmen. Am Vortag gefragt, fährt dieser um 21:45 und Tickets kann man nur am selben Tag ab 19:00 kaufen. Komisch, wird aber schon seinen Grund haben. Und diesen fanden wir am nächsten Tag um 19:00 in der Schalterhalle heraus. Die Tickets werden alle noch von Hand geschrieben. Leere Plätze sind erst bekannt, wenn der Zug seinen letzten Bahnhof verlassen hat. Um die Anzahl zu vergebender Plätze zu wissen, telefoniert die Schalterdame mit der Zentrale. Danach trägt sie die verfügbaren Plätze in ein dickes Buch und nun beginnt der Verkauf. Also, 1,5h später hatten wir unser handgeschrieben Tickets (wobei vor uns gerade mal 20 Personen waren). Und wie sich im Zug herausstellte, hatten wir 6er-Couchet gebucht. Ohne Sprachkenntnisse weiss man solche Details erst, wenn man den Zug besteigt.  

Die Fahrt war kurz denn um 03:00 waren wir bereits in Turkmenabat. So hatten wir keinen Stress für die 40km zur Grenze, denn diese öffnet erst um 08:00. Und nun sind wir bereit in Uzbekistan. Dazu aber im nächsten Bericht. 

Lieber Gruss, 

Körndle & Patrik

Goodby Iran

Wir lernten ein Land kennen, über welches in westlichen Medien eigentlich nur Schlechtes berichtet wird, wir jedoch nur Gutes erfahren duften. Die Menschen hier sind sehr gastfreundlich, neugierig und offen für alles Neue und Fremde. Eigentlich das Gegenteil von dem wie wir Muslime sehen. 

Von Tehran ging die Reise weiter per Bus nach Behshahr, weil die Strassen in und um Tehran nun wirklich nicht velofreundlich sind. Bereits an der Haltestelle in Tehran lernten wir sofort neue Leute kennen, welche für uns den Preis für den Fahrradtransport aushandelten und dann in Behshahr gleich zum Frühstück einluden (Nachtbus). 

Ab Behshahr gings per Rad weiter. Und nun war der Sommer auch so richtig angekommen im Iran. Tagsüber steigen die Temperaturen gerne auf 35 Grad und mehr, wobei es einem, ausgesetzt an der Sonne, noch viel wärmer vorkommt. Man findet auch selten Schatten um sich eine kurze Pause zu gönnen. So waren Tankstellen unsere bevorzugten Rastplätze. 

Am dritten Tag erreichten wir den Golestan Nationalpark. Eigentlich nennen die Einheimischen den Park Jungle, wobei es für uns einfach ein normaler Wald ist. Aber der Wechsel der Landschaft war eine willkommene Abwechslung. Auch fanden wir einen netten Zeltplatz inmitten der Bäume. Als kurz vor dem Bettgehen uns jedoch eine fette, grosse, hässliche Spinne besuchte, war es um die Ruhe geschehen. Einer von uns beiden rannte wild fuchtelnd durch den Wald als hätte er/sie gerade ein Monster gesehen. 

Ohne gefressen zu werden, radelten wir am nächsten Tag weiter. Nun wollte uns aber ein anderes Phänomen an die Gurgel, der Wind. Die Gegend zwischen Golestan und Bojnurd ist topfeben und wird für den Ackerbau, hauptsächlich Korn genutzt. Die Strasse verläuft kilometerlang schnurgerade, wodurch wir keine Änderung der Windrichtung erwarten durften. So kamen wir nicht ganz so weit wie geplant und mussten einen neuen Platz zum Schlafen suchen. Kurz mal bei der Polizei angeklopft und nachgefragt, erhielten wir Tee und Süssgebäck und landeten schlussendlich in der Mosche, wo wir auch noch verkostet wurden. 

Wir erreichten schlussendlich Mashhad, wo wir unser Visa für Turkmenistan abholen durften. Dazu ist zu Erwähnen, dass zurzeit nur etwas 50% der Anträge angenommen werden. Der Rest wird grundlos abgelehnt. Für uns heisst das, dass wir nun alle Visas bis nach China besitzen und unserer Reise keine bürokratischen Hürden mehr im Wege stehen sollten.

Morgen geht es nun über die Grenze nach Turkmenistan, welches wir in 5 Tagen durchreisen müssen (Transitvisa ist nur 5 Tage gültig). Sind wir mal gespannt, was uns da alles erwartet. 

Lieber Gruss, 

Körndle & Patrik 

Ausflug in die Geschichte der Menschheit

Die Fahrräder haben wir also nun in Tehran gelassen und ein Nachtzug brachte uns bequem nach Shiraz. Die Reise führt mitten durch das Land, was mehrheitlich aus Wüste und Gebirge besteht. Wir durchqueren das bis an die turkmenische Grenze reichende Elbrus-Kopet-Dag Massiv. Hier befindet sich der mit 5670 m höchste Berg des nahen Ostens, der erloschene, gletscherbedeckte Vulkan Damavand. Die Trockenheit wird lediglich unterbrochen durch grüne Streifen Landwirtschaft. Woher das Wasser für diese aber kommt ist uns unklar. Zudem ist der Iran wegen seiner Lage über zweier tektonische Platten immer wieder seismischer Bewegungen unterlegen, welche aber fast nie katastrophale Ausmasse annehmen. 

Und ja, dies ist das Shiraz, wo auch die gleichbennante Traubensorte ursprünglich herkommt. Seit der Revolution 1979 ist aber der Islamische Glauben bestimmend im Land und so wird der Saft dieser Traube hier nicht mehr vergährt. Generell gilt ein strenges Alkoholverbot, was aber nicht von allen eingehalten wird. Selbstgebranntes hat Hochkonjunkur.

Nebst der Traube hat Shiraz noch viel Geschichte zu bieten. Die altpersische Residenzstadt Persepolis war eine der Hauptstädte des antiken Perserreich unter den Achämeniden und wurde 520 v. Chr. von Dareios I im Süden Irans in der Region Persis gegründet. Der Name „Persepolis“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Stadt der Perser“. Nach 200-jährigem Bestand wurde sie 330 v. Chr. von den Truppen Alexander des Grossen in Brand gesteckt.

Wir logierten für einmal wieder in einem Hostel. Es tat gut, sich unter anderen Reisenden austauschen zu können. Wobei die meisten gut English sprechen, was eine flüssige Kommunikation zulässt. Auch konnten wir uns so auf die Sehenswürdigkeiten konzentrieren ohne jemandem seinen Fahrplan durcheinander zu bringen. 

Von Shiraz ging die Reise per Bus weiter nach Yazd. Yazd wird als eine der ältesten Städte der Geschichte beschrieben. Die Stadt wurde auf einer Oase gegründet und liegt zwischen den Wüsten der Dascht-e Kavir und Dascht-e Lut. Sie besteht seit dem dritten Jahrtausend vor Christus und ist das Zentrum der zoroastrischen Religion. Für die Wasserversorgung werden bis heute teilweise schon in der Antike angelegte Wasserkanäle und -röhren (Qanat) eingesetzt. Zur Kühlung und Belüftung der historischen Häuser dienen Windtürme, welche einer ausgeklügelten Klimaanlage gleichen. 

Wieder per Bus ging es weiter nach Esfahan. In dieser Stadt gibt es einen grossen Bevölkerungsteil an Christen, welche uhrsprünglich aus Armenien eingewandert sind. Zudem trennt ein breiter Fluss die Stadt. Im Sommer ist der Fluss aber trocken und so wandert jeder durch das trockene Flussbett ohne einer der Sehenswerten Brücken zu benutzen. 

Zurück in Tehran organiseren wir nun die Weiterreise. 

Noch ein paar Worte zum Ramadan. Hatten wir anfänglich unsere Bedenken zu dieser Zeit durch den Iran zu radeln, stellte sich dies als unproblematisch heraus. Die meisten Leute welche wir getroffen haben, machen nicht wirklich Ramadan. Wobei man sagen muss, dass Reisende, Arbeitende, Kinder und schwangere Frauen von dieser Pflicht enthoben sind. Aber auch sonst wird im Versteckten gegessen, getrunken und geraucht was das Zeugs hällt. So fanden auch wir immer wieder was zu Essen oder erhielten eine Einladung auf ein Tee im Shop. Einmal suchten wir nach einem Früchtestand im Bazar, worauf wir am Ende dem Ladenbesitzer sein Mittagessen wegassen und nicht mal dafür bezahlen durften. Gastfreundschaft wird sehr gross geschrieben in diesem Land. 

Letzte News sind, dass wir nun alle Visas für die Weiterreise bis nach China besitzen und hoffentlich keine bürokratischen Hürden mehr antreffen werden. 

Lieber Gruss,

Körndle & Patrik


 

Thank you for visiting Iran

Tja, es ist ne Weile her, dass wir uns das letzte Mal gemeldet haben, aber die Internetverbindungen werden auch nicht besser und sind gerade im Iran stark zensuriert.

Ja, wir sind im Iran und das bereits seit fast 20 Tagen. Das Visum haben wir schlussendich in Baku innerhalb 2 Tage erhalten, anstandslos und ohne weitere Fragen. Für die Fahrt an die Grenze in Astara haben wir den Zug gewählt. Für gerade mal 5.-Chf p.P. hatten wir ein komfortables 4er Abteil im Nachtzug für uns alleine. Und Tee gabs soviel man wollte, gratis dazu. Die Fahrräder wurden anfangs noch misstrauisch begutachtet, aber nachdem wir die Gepäcktaschen abgenommen hatten, durften auch diese einsteigen. 

In Astara angekommen radelten wir nicht sofort zur Grenze. Denn im Iran war ja nun Ramadan. Kriegt man denn da was zu Essen? Sind die Shops überhaupt geöffnet tagsüber oder steht das Leben still bis die Sonne untergeht? Also erst mal Frühstücken, dann Einkaufen und ab zur Grenze. Diese war aber gar nicht so einfach zu finden. Gibt es einen Grenzübergang nur für Fussgänger in der Stadt, liegt der für den Strassenverkehr ausserhalb. 

Der Grenzübertritt war dann super einfach. Das Gepäck durch einen Röntgenapparat, wir dann 30min in der Schalterhalle warten und schon hatten wir den Stempel und es durfte weitergeradelt werden. Ach ja, ab nun gelten auch ganz andere Kleidungsvorschriften. Frauen nur mit Kopftuch, langen Ärmeln und langer Hose, Herren ohne Shorts. Wir haben uns schon vorher mit entsprechender Kleidung eingedeckt, damit uns die Hitze nicht gleich erschlägt wenn wir so zugeknöpft umherradeln. 

Einmal aus dem Grenzgelände standen auch schon überall die Geldwechsler. Wir hatten noch ein paar Azerbaijanische Manat, welche wir in Iranische Rials umtauschen möchten. So auch getan, aber irgendwie kamen wir mit dem neuen Geld nicht zu recht. Und wie sich später herausstellte, wurden wir auch bereits um ein paar Fränkli beschissen. Nichts tragisches, Lehrgeld halt. 

Für den Abend hatten wir einen Platz bei privaten Leuten, dank Couchsurfing. In Talesh angekommen, wurden wir mit einem Platzregen empfangen. Der Norden von Iran ist sehr feucht und regnerisch. Nicht gerade so wie wir uns das Land vorgestellt haben. Überall gibt es Reisfelder, was auch zur Nationalspeisse gehört und alles ist sehr grün. Die Wolken verwehrten uns aber die Rundumsicht und so blieben uns die nahen Berge verborgen. 

Was es aber zu hauf gibt sind Moskitos. Die nette Familie in Talesh hat uns zum Abendessen mit Teateraufführung im Freien eingeladen, wobei die Viecher uns die Hölle heiss machten. Mit Einstichen übersähten Füssen fuhren wir nun die nächsten 3 Tage umher. 

Unsere Route ging weiter Richtung Tehran. Und immer übernachteten wir irgendwo privat. Einmal bei einem Junggesellen, der uns mit hochprozentigem Selbstgebrannten empfing, dann bei einer deutsch sprechenden Dame, welche uns partout die Stadt (Qazvin) zeigen wollte, obwohl wir einfach nur müde von der Anstrengung waren bis hin zum Radler, welcher selber um die Welt radelt und uns mit einem Topf Spaghetti überraschte.

Die beste Übernachtung aber war zwischen Rostamabad und Qazvin. Eigentlich wollten wir unser Zelt aufstellen. Der starke Wind machte aber die Suche nach einem geeigneten Platz schwierig. Da hielt ein ältere Herr mit seinem Auto neben uns und wollte wissen was wir machen. Per Handzeichen kommuniziert wusste er, dass wir was zum Schlafen suchen und wir, dass er uns genau dies anbieten möchte. Der nette Herr arbeitet beim Strassenunterhalt, hat Nachtschicht bei einem Tunnel und wir durften in deren Büro im Hinterzimmer nächtigen. 

Wollten wir ursprünglich mit der S-Bahn nach Tehran rein, nimmt diese leider keine Fahrräder mit. Also durften wir in die Stadt reinradeln. Kurz gesagt, es war heiss (35 Grad+), staubig, stinkig und wir teilten die Strasse mit sehr viel Verkehr. Dank einem Arbeitskollegen von Sabrina (merci nochmals fürs organisieren) logieren wir in Tehran in unserem eigenen Appartment mitten in der Stadt. Von da aus organisierten wir die restlichen Visumsanträge und unseren Ausflug in den Süden von Iran, für einmal wieder ohne Velo. 

Mehr dazu aber im nächsten Bericht. 

Liebe Grüsse,

Körndle & Patrik  

Erster visapflichtiger Grenzübertritt, Azerbaijan

Georgien ist einfach toll. Wir wollten anfangs das Land nur durchreisen und schlussendlich haben wir es bis auf eine Region ( Swanetien ) praktisch bereist und vor allem geniessen gelernt. Der letzte Kurztrip von Tiflis aus führte uns noch in die Kazbegi Berge und das war der Hit. Unser Guesthouse war zwar super einfach aber das Essen genial und dann erst die Aussicht – einfach der Hammer. Zur Begrüssung gabs Kokosmakröndli mit Tee und/oder Kaffee. Schon das war die Bleibe wert. Die Fahrt mit dem Taxi war extra schnell und halsbrecherisch. Der Fahrer kannte nur Vollgas und das Auto war rechtsgesteuert somit die Überholmanöver dementsprechend. Körndle warf diesmal einenTravelkaugummi ein, denn ich wollte die atemberaubende Aussicht nicht verkötzlen.

Am nächsten Tag zurück in Tiflis nahmen wir am Nationalfeiertag teil. Die Hauptstrasse mitten durch Tiflis wurde gesperrt und es war ein Mix von Gewerbeausstellung, Musik-, Gesang- und Tanzunterhaltung und viele atraktive Spielmöglichkeiten für die Kinder. Den ganzen Tag schien die Sonne. Wir freuten uns auf das Feuerwerk und dies fand leider unter Donnergrollen und einem Platzregen statt. Wir genossen unsere AirB&B Wohnung und waren froh über die kurze Abkühlung.

Einmal mehr nahmen wir Abschied von einer liebgewonnen Stadt. Raus aus Tiflis Richtung Grenze Aserbaijans hiess es am Freitag 27. Mai. Damit es nicht all zu einfach wurde, gönnten wir uns einen Abstecher nach Udabno zur David Garedja rock-cut monasteries. Dies wurde uns vom lieben Phlipp Keel empfohlen, vielen Dank. Es war die Reise wert, ABER wir hatten wieder mal einen sauheissen Tag erwischt und die Strasse war nicht befestigt und löchrig und einfach nur anstrengend. Wir dachten dieser Abstrecher sei“schnäu schnäu“ abgeradeln. Nix da. Abends gab es wiederum eine nasse Entladung von Oben und wir gönnten uns ein Guesthouse bei einer Bauernfamilie. Die Mädchen zeigten uns ihre Kühe und das Melken. Die Verständigung war schwierig, aber das Leuchten in den Augen sagte mehr als 1000 Worte.

Seit dem 30. Mai sind wir nun also in Aserbaidschan und seit dem 2. Juni in Baku bei Debby und Eric und ihren Söhnen Roam und Finn – ein Warmshower Kontakt der goldwert ist. Die Familie ist im Zügelentspurt, denn es geht nach Slovenien.   Beide sind an einer intern. Schule angestellt und das bedeutet alle paar Jahre einen Wohnortswechsel. Spannende und unterhaltsame Geschichten können wir gegenseitig austauschen. 

Ab Morgen ist Ramadan und ja die Spannung steigt….wird das Konsulat offen sein…denn ich wollte nur noch kurz erwähnen, dass wir das Iran Visum immer noch nicht in den Händen halten dürfen. Dafür werden wir morgen das Tatschikistan Visum abholen. Das war fast schon zu einfach. Please everybody keep your fingers crossed for us!

Liebe Grüsse Körndle & Patrik

ÖV-Trip in Georgien

Zumindest das Visum für Aserbaidschan haben wir mittlerweile – das sei hiermit schon mal verraten. Aber lieber alles der Reihe nach.

Am Freitag, 13. Mai !! checkten wir aus dem Guesthouse in Batumi aus und gingen mit grosser Hoffnung nochmals zum Aserbaidschanischen Büro. Der Herr vertröstete uns zum x-ten Mal und meinte evt. erhalte er alles am Nachmittag. Dies war auch um 15h wie um 18h nicht der Fall. Unsere Fahrräder so wie wir waren seit morgens um 10h ready to take off. Wir verlangten die Pässe und verliessen Batumi am selben Abend. Endlich wollten wir wieder auf die Strassen und Boden gewinnen. Wir fuhren somit in 4 Tagen mit 3x Campen, 1x Hotel, eine kurze Strecke per Zug weil es halt schon wieder in Bindfäden regnete, nach Tiflis. Die Zugsstrecke war zwischen Zestaponi und Khashuri. Wobei das Herzstück, eine unbefestigte Strasse uns über einen Pass von fast 1000 müm geführt hätte und dies, nein Danke bei diesem Wetter. Die Zugsreise für umgerechnet 50 Rp pro Person (Dauer 2h) hat sich sehr gelohnt. Wir durfen die grüne Bergwelt aus dem Zugsfenster aus bestaunen. Die Strecke ansonsten – Batumi-Kobuleti-Ureki-Lanchknuti-Vani-Baghdati und ab Kashuri-Gori-Tiflis – verlief unspektakulär war aber immer grün, wir begegneten vielen freilaufenden Kühen und bestaunten die zahlreichen, verschieden farbig geschmiedeten Gartentore.

Die Weiterreise aus Batumi traten wir also ohne Aserbaidschan Visum an und leider auch ohne geforderte Ref. Nr. für den Iran. Denn auch nach mehrmaligen Whatsapps mit der Agentur waren wir hier keinen Schrit weiter. Kopf nicht hängen lassen und sofort Plan B einschalten. Dies bedeutet Ausgang – juhii zum ersten Mal seit vier Monaten. 

Zusammen mit Roger und Nadine verbrachten wir einen kulinarischen Abend mit Apéro in einer französischen Bar, reichhaltiges Essen in einem georgischen Restaurant und Dessert in einer italinischen Gelateria. Die beiden haben wir über Dänele, eine Freundin von meinem Bruder Ändu kennen gelernt. Roger arbeitet bei Deza in Tiflis. Wir hatten die Möglichkeit unsere Räder und das meiste Gepäck im Keller der Deza zu Lagern, währendem wir Georgien mit ÖV erkunden. 

Am Morgen nach dem Ausgang gings mit einer angenehmen 6stündigen Zugsreise zurück nach Batumi. Das Visum war da – grosse Freude – einen Schritt weiter. Mit einer holprigen Busreise fuhren wir am selben Abend noch nach Khulo. Die Übernachtungsmöglichkeiten waren rar – eigentlich nicht existent – und somit landeten wir bei einer georgischen Famile in Tago. Tago ist nur per Seilbahn erreichbar (Konzession auch nicht existent oder sicherlich nicht mehr !!!). Ein autofreies Dorf in einer idyllisch wunderschönen Bergwelt auf ca. 1900 müm. Am nächsten Tag gings weiter wiederum mit Bus auf den Goderdzi Pass. Nach einer Wanderung zum grünen See genossen wir ein herrliches Abendessen im einzigen Noname Hotel auf dem 2025 müm Pass. Ein Skilift und ein Hotel stehen bereits, weitere Bahnen und Unterkünfte sind geplant. Wir durften gleich den Investor kennen lernen des baldig gebauten 4* Hotels. Die letzte Übernachtung in Akhaltsikhe hat es in sich. Ja wir reisten nochmals eine Strecke mit dem Bus. Kaum angekommen, spricht uns ein älterer Herr an. Er habe ein Guesthouse und der Preis war super, Übernachtung, Abendessen und Zmorge für 25 Fr./2 Personen. Es stellte sich heraus, dass wir schlussendlich im Ehebett übernachteten und er und seine Frau auf dem ein Meter breiten Bettsofa. Dazu muss auch erwähnt werden, es existierte keine Türe oder sonstige Abtrennung zwischen Schlafzimmer und Stube. Wir nannten es die Übernachtung mit dem Vorzimmerdrachen. Seine Frau hatte das meiste im Griff und beobachtete alles – liebenswürdig und durchaus lustig (wen wir alles verstanden hätten).

Ja nun wieder zurück in Tiflis mussten wir feststellen, dass unsere Referenznr. in der Wüste Irans versandet ist. Diese eine Agentur hat uns so richtig hängen lassen. Nun haben wir via eine weitere die Nr. angefordert und hoffen auf baldiges Geschehen. Obschon wir mit einem Nein gerechnet haben, gingen wir dennoch heute morgen auf die Botschaft und probierten es direkt. Das war ein richtig frustierendes Spektakel.

Morgen gehts wiederum per Bus in die Berge. Den Rädern gönnen wir weiterin Pause und wir wollen die Zeit möglichst ausnutzen. Richtung Norgen gehts diesmal – in den Kazbegi Nationalpark.

Weitere Erlebnisse und wie die Visumsgeschichte sich entwickelte, erfahrt ihr in ein paar Tagen.

Liebe Grüsse Körndle und Patrik

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