Suche

Mit Sushi und Schafspelz

Aufbruch zu neuen Horizonten

Sand im Getriebe

Bis hierher verlief unsere Reise eigentlich problemlos, ja fast schon zu gut um wahr zu sein. Nun kam der Motor aber ins Stocken, sprichwörtlich. 

Von Samsun nach Trabzon nahmen wir den Bus, da eine Gewitterfront im Anmarsch war. Als wir beim Hotel in Richtung Busstation aufbrechen wollten, bemerkte Körndle, dass ihr Hinterrad bereits wieder einen Platten hatte. Ach nö 😦 . Mit kräftig Pumpen sollte es wenigstens bis zur Haltestelle reichen (und tat es auch). Dies war aber bereits der 4. Platten, da muss was schief laufen. Der Fiesling ware ein kleiner Draht, welcher sich im Gummi vom Pneu versteckt hatte und nur unter Druck und bei warmen Reifen sich hinterlistig in den Schlauch bohrte. Repariert wurde das Malheur dann in Trabzon am Trockenen. 

Nun wollte bei Abfahrt der besagte Bus nach Trabzon aber nicht mehr. Motor aus und nichts ging mehr. Da gibt es noch zu sagen, dass um 11:00 etwa 2-3 Bus nach Trabzon fahren aber von verschiedenen Anbieter und mit Panne blieb der von uns gewählte stehen. Also, Mechaniker her. Nun wurde geschlüsselt, geflucht und (wohl hier so üblich) geraucht. Dies wohlverstanden bei offener Benzinleitung (ok, der Bus war ein Diesler). Nach einer Stunden dann das erlösende Geräusch und Rauch aus dem Auspuff. Es kann losgehen.  

In Trabzon angekommen hatten wir zwar bereits eine Unterkunft reserviert, wussten aber nicht genau wo diese war. Und draussen regnete es schon in Kübeln. Suchen bis gefunden, nass hin oder her. 

Und nun kommen wir in die Mühlen der Visums-Administration und die mahlen nun mal nach ihrem eigenen Tempo. 

In Trabzon wollten wir eigentlich die Visa für den Iran einholen. Ein erster Anlauf endete vor verschlossener Türe an der Botschaft. Feiertag im Iran, heute geht nichts. Also neuer Tag, neues Glück. Beim zweiten Anlauf nahmen wir die Hürde Türe problemlos (Karim Hussein wäre neidisch) doch bei der Schalterdame welche partout eine Referenznummer wollte war schon wieder Schluss. 

Die verlangte Referenznummer wird über ein Reisebüro im Iran beim zuständigen M(in)isterium eingeholt, was aber gut mal 10 Tage dauern kann. Also kein Visum für uns in Trabzon. Wir versuchen es wieder in Tiflis. 

Die Gewitterfront war nach 3 Tagen auch wieder rum und wir brachen auf Richtung Batumi, Georgien. Die 200km wollten wir in 2 Tagen durchradeln, da das Campen am Schwarzen Meer ziemlich schwierig ist (vorne Meer, hinten Hügel). Zudem wird jeder flache Quadratmeter zum Anbauen von Tee gebraucht. Erster Tag durch, 100km im Sack aber kein Platz zum Campen. Also ab ins nächste Dorf, Hotel suchen. Die einzige Möglichkeit war ein möchtegern 3*Schuppen zu überteuerten 50€ (nach dem Märten). Zähneknirschend blätterten wir die Liras hin waren dann aber doch froh ein festes Dach über dem Kopf zu haben anstelle irgendwo am Strassenrand unser Camp aufzuschlagen. Sicherheit geht vor.   

Der Grenzübertritt nach Georgien verlief völlig unproblematisch. Dies ist unser letztes Land für eine Weile wo wir Visumfrei einreisen können. Und so kommt nun der nächste Abschnitt, Visum zum 2ten:

In Batumi wollen wir unser Visum für den Azerbaijan einholen. Das Formular eingereicht, hiess es Donnerstag Abend oder Freitag sei dies ready. Also 3 Tage in Batumi verweilen, was dank der attraktiven Stadt und der tollen Unterkunft nicht wirklich ein Problem ist. Heute ist Donnerstag Abend und wir haben noch nichts erhalten. Daumendrücken für morgen.

Batumi bietet so einiges an Gegensätze. Wohnsilos aus der Soviet-Zeit, welche fast am zerfallen sind (aber noch bewohnt) und hightech Wolkenkratzer à la LasVegas. Bäckereien, welche sous-terrain ihr Brot für umgerechnet 50 Rappen backen und  high society Restaurants. Leute die Jassen in der Teestube um die Ecke und solche die ihr Geld in pompösen Casinos verschleudern. Die Strandpromenade ist aber herausgeputzt und lädt zum verweilen ein. 

Hausen tun wir in einem Guesthouse geführt von zwei älteren Damen, welche nun wirklich den ganzen Tag nur Fernseh schauen. Dabei haben sie einen super schönen Innenhof der zum Verweilen einem regelrecht anzieht und eine prächtige Wohnstube mit antiken Massiv-Holz-Möbel. Tja, so übersieht man die Schönheit, die einem am nächsten ist. 

Morgen bekommen wir hoffentlich unsere Visa und dann geht es weiter nach Tiflis. 

Lieber Gruss,

Körndle & Patrik

Inlandroute nach Samsun

Auf Empfehlung wählten wir ab Eregli die Inlandroute Richtung Samsun. Von der eigentlich geplanten Strecke direkt am Meer wurde uns abgeraten, da diese sehr coupiert und mit steilen Rampen versehen ist. Gesagt, getan. Aber auch die Strasse inland hat ihre Höhenmeter uns so war unser Vorankommen eher langsam. Der landschaftliche Wechsel jedoch belohnte uns für die Anstrengung. 

Das pontische Gebirge (Gebirgskette südlich vom Schwarzen Meer) präsentierte sich sehr grün und vegetationsreich. Viele Einheimische leben von und mit der Landwirtschaft, sodass sie beinahe Eigenversorger sind. Immer wieder wurden uns leckere Speisen aufgetischt, mit dem Hinweis „100% organisch“. Haselnüsse, Tee und Zitrusfrüchte werden im grossen Stil angebaut wobei man auch immer wieder auf Kuh-, Ziegen- oder Schafherden trifft. Und natürlich hat jedes Haus seine eigene Hühnerfarm. 

Da diese Gebiete etwas weniger touristisch sind, ist die gastfreundschaft unsgegenüber umso herzlicher. Noch ein Müsterchen davon: Als wir eines Abends einen geeigneten Zeltplatz suchten, dabei ein paar Hirten danach fragten, wurden wir auf einem ausgedienten Schulplatz eingewiesen. Beim Zeltaufstellen gabs Tee, als wir unser Znacht kochten gabs frisches Brot, Butter und Eier und als wir bereits im Schlafsack lagen, wurde uns noch warmer Schockopudding ins Zelt serviert. Am morgen mussten wir 08:00 alles gepackt ready sein fürs Frühstück bei einer Bauernfamilie wo vom Jüngling Furkan (unser Dolmetscher, der extra den Tag schulfrei einzog) bis zur 90 jährigen Grossmutter alle versammelt waren. 

Über einen Pass mit ca. 800hm ging es von der Küste bei Eregli stetig bergauf bis wir Karabük und die UNESCO Stadt Safranbolu erreichten. Die Strasse hierher folgt einem zerfurchten Canyon bis dieser uns in ein weites Tal entlies. Nach einem Besuch in der wunderschönen Altstadt von Safranbolu radelten wir in diesem Tal nun flussabwärts bis nach Duragan wo der Fluss in einen See mündet. Über sanfte Hügel, allesamt bewirtschaftet, gings weiter nach Verizköprü und Samsun wo wir die Schwarzmeerküste wieder vor uns hatten. 
Alles in allem waren wir nun seit 14 Tagen jeden Tag unterwegs und in Samsun gönnten wir uns endlich wiedermal einen Ruhetag. Für die kommenden Tage waren nun Gewitter gemeldet und um diese zu umgehen, luden wir unsere Räder in den Bus und bewältigten die Strecke nach Trabzon bequem im Trockenen. 

Nun sind wir in Trabzon und schlagen uns mit den ersten Hürden der Visum-Administration der kommenden Länder herum. Hierzu aber mehr im nächsten Blog. 

Liebe Grüsse, Körndle & Patrik    

Neuste Schlagzeilen aus der Türkei

Gelesen heute morgen in der aktuellen Presse von Boyabat:


Natürlich kam der Bericht für uns nicht ganz so überraschend, haben wir doch das Interview gegeben. Nichts ahnend standen wir an einer Kreuzung in Boyabat als uns der Journalist ansprach (ja, auf Englisch).  Woher wir kommen und wohin wir gehen wollte er wissen. Alsbald er sich uns mit seinem Job vorstellte und um ein Interview bat. Klar doch, dass wollten wir uns nicht entgehen lassen. Und so kommt es, dass nun ganz Boyabat uns kennt. 

Diejenigen unter euch die Türkisch verstehen, lesen im Artikel, dass unsere Reise in den Iran geht. Einfachheitshalber sagen wir den Leuten, dass dort Schluss ist. Denn schon so ist es schwierig zu erklären, wie man 6 Monate von zuhause weg sein kann. Für alle ersichtlich ist, dass Körndle nun Cornelia Zeder heisst. Nicht das wir kurzspitz geheiratet hätten, nein, aber auch hier ne Notlüge um uns das Leben in Muslimischen Länder einfacher zu machen. 

Wie es uns auf der Reise so ergangen ist, lest ihr im nächsten Blog (ausser es kommt ein Fernsehbericht in die Quere). 

Lieber Gruss, Körndle & Patrik

Sonderbericht für einen besonderen Tag

Der heutige Tag begann für uns mit einem ausgiebigen Zmorgen im Hotel in Safranbolu. Die Unterkunft „gönnten“ wir uns, da es gestern den ganzen Tag geregnet hatte. Und auch für heute war Regen angesagt. Momentan aber schien noch die Sonne und das wollten wir mit einem Besuch der Altstadt von Safranbolu (Unesco Welterbe) ausnutzen.


Ergänzen möchten wir noch, dass wir bereits gestern ausgiebig Zmörgeleten, nachdem uns ein paar Marktfahrer spontan an ihren Tisch eingeladen hatten um uns an ihrem Frühstück genüglich zu tun.  

In der Altstadt angekommen gab es schon mal Kaffee und Süssigkeiten zu dem uns die Frauen der handwerklichen Ausbildungsstätte einluden. 

Auf der Weiterreise Richtung Kastamonu zeichneten sich die nächsten Regenwolken am Himmel ab. Noch aber fuhren wir trocken. Die ersten Trofen konnten wir mit einer Teepause gekonnt umgehen, der zweite Schwall traf uns mit voller Wucht. Die gewitterartigen Ergüsse zwangen uns bei einer Fabrik unterschlupf zu suchen, wo wir uns auch gleich mit Tee bedienen durften. So lässt es sich warten. 


Eine Wetterbesserung war nicht mehr in Sicht und so fuhren wir mit unseren Regenkleider weiter. Der ganze Tee drückt natürlich irgendwann auf die Blase und zwang uns, einen Rast an der Tankstelle einzulegen. Die Leute dort hatten erbarmen mit uns Velofahrern und so gab es mehr Tee (und ja, Toilette auch). 

Angekommen in unserer Destination für den Tag, Araç, goss es wieder aus Kübeln. Auch hatten wir keine Ahnung ob es überhaupt ein Hotel gibt in diesem Ort. Also erstmal unterstehen und sich umschauen. Vis-à-vis gab’s ne Bäckerie und so ein Sesamring könnte unsere Gemüter wenigstens ein wenig aufhellen. Gefragt nach ner Unterkunft, wusste der gute Mann aus der Bäckerei auch gleich Bescheid. Dies war aber nicht genug. Durchnässt und durchgefrohren wie wir vor ihm standen, gabs gleich warmen Tee dazu frisches Brot, Konfitüre, Oliven und Nougat. Zudem wurde der Backofen nochmals kräftig eingefeuert um uns zu wärmen. Wohlverstanden sprachen die Leute kein Wort Englisch und wir nur unsere 2-3 Brocken Türkisch. Also Kommunikation mit Handzeichen, Bilder und Karte.


Das Hotel kündigte sich als 3* an, stellte sich als 3* heraus zu einem Preis einer simplen Pension. Hilfsbereit wie die Leute hier sind, nahmen sie auch gleich unsere Räder mit in die Rezeption, das Gepäck aufs Zimmer und der Tee wurde serviert. Das unser Hab und Gut vor Nässe nur so tropfte interessierte niemand. 

Was soll man da noch sagen. Wir sind einfach nur glücklich über so viel Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. 

Campingsaison am Schwarzen Meer

Nun sind wir also wieder unterwegs, nach 4 spannenden Tagen in Istanbul. Unterwegs sein heisst auch wieder jeden Abend was zum schlafen finden. Da das Wetter nun vollends auf Sommer (oder fast) gedreht hat, beginnt bei uns die Campingsaison nun so richtig. 

Aber erst mal hies es aus Istanbul herausradeln. Dies bei gefühlten 40 Grad (reel 28 Grad) und auf einer Strasse mit unzähligen Baustellen-LKW’s. Nicht gerade angenehm. Zudem stoppte uns an der Stadtgrenze ein Autobahnschild mit grossem Fahrradverbot. Also, Räder über Pannenstreifen und Leitplanke den Hügel hoch zur Landstrasse schieben. Hier fragen wo die Strasse nach Sile (unser Etappenziel für heute) ist. Dabei deutet jeder wieder zurück auf die Autobahn. Wir aber zeigen auf die Fahrräder, Autobahn nix gut. Kopfschütteln bei den Leuten, doch doch, schnellster Weg. Schlussendlich hilft uns eine herbeigelaufene Lehrerin mit ihrem Handy und Google Maps. Danke, Stefen Jobs, möge Allah mit dir sein.

Kurz vor Sile fanden wir unseren Zeltplatz auf einer Wiese bei einem Ziegenhirten. Dieser (und seine drei Hunde) bestaunte unsere Ausrüstung beim Aufbau genaustens. Nur unsere Mahlzeit schien ihm nicht zu imponieren, kam er kurz darauf mit 3 Eier zurück. 

Nächster Morgen, Frühstücken, Zelt zusammenbauen, losradeln. Aber das Velo von Körndle schiebt sich heute verdammt anstrengend. Aha, Luft raus und klar, hinten wo die Finger richtig dreckig werden. Erster Platten. Freude oder Frust, beides. Hatten wir dies doch bereits früher erwartet bei den vielen Scherben und den Schlaglöcher auf den Türkischen Strassen. Nun gut, 20 min Später ging es mit viel Luft wieder weiter. Und auch diesem Spektakel wollte der gute Hirte natürlich beiwohnen. 

Ab Sile hatten wir einen Tip für die Routenwahl erhalten (Warmshower sei Dank). Voller Vertrauen bogen wir ab der Hauptstrasse auf die uns empfohlene Strecke. Wir wurden vorgewarnt ab der hügligen Gegen am Schwarzen Meer, was wir antrafen überstieg aber unsere Vorstellung. Rauf und runter ja, dies aber mit durchschnittlich 15% Gefälle. Da schieben selbst die stärksten Radlerbeine (ausser Fäbu Cancellara 😉 ). Und so taten uns am Abend mal nicht die Beine weh sondern die Arme. 

Zu allem Übel wird hier auch noch an einer grossen Pipeline für die Wasserversorgung nach Istanbul gebaut. Das heisst für uns, mehr LKW’s, mehr Staub und mehr Lärm. Auch die Strasse degradierte nun von einer Teerstrasse zu einem Feldweg. An gutes Vorwärtskommen war nicht mehr zu denken. So waren wir froh nach zwei Nächte im Zelt wieder in einem Hotel zu logieren. Erst dann merkt man welchen Luxus so ne Dusche bringen kann. Ansonsten ist die Strecke an der Küste vom Schwarzen Meer sehr abwechslungsreich und landschaftlich Attraktiv. 

Ah ja, für den Tee haben wir schon lange nichts mehr bezahlt. Entweder lädt uns der Besitzer der Tee-Stube dazu ein oder wir werden regelrecht von der Strasse ins Tee-Haus gewunken. Die Gastfreundschaft in der Türkei ist wirklich vorzüglich. 

Ab heute radeln wir wieder einen Teil Inland über Kastamonu Richtung Samsun und Trabzon. 

Liebe Grüsse,

Körndle & Patrik 

Zwei Verluste und ab ins 8. Abenteuer

Athen ist definitiv eine Reise wert. Wir fühlten uns pudelwohl und erkundeten praktisch jedes Viertel. Sightseeinghalber gewollt und wegen Pädu’s Zahn mussten wir. Das war was. Der Aufenthalt in Athen war eigentlich für 4 Tage geplant. Pädu fühlte sich einfach unwohl mit dem provisorisch geflickten Zahn aus Montenegro. Vorsichtshalber meldete er sich bei einem deutschsprechenden Zahnarzt, den ihn auch am Folgetag gleich vorbei kommen lies. Es war bald klar, dieser Zahn kann kein zweites Mal geflickt werden auch eine Krone (Zeitproblem) ist keine Lösung. Als dann auch noch das Röntgenbild eine Entzündung aufzeigte war es klar – der muss raus. Ich hatte es mit meinem Krimi im Wartezimmer echt gemütlich und Pädu musste sich einer 3/4stündigen Grüblerei hergeben, die zum Resultat führte – dieser Zahn will ohne OP nicht raus. Nächster Tag anderes Viertel beim Chirurg war es endlich vollbracht. Zahn war nun draussen und das Loch zugenäht. Sie riehten uns unseren Aufenthalt zu verlängern, damit alles auskuriert und nochmals angesehen werden kann. So und deshalb verbrachten wir rund 10 Tage, die wir trotz Zahnverlust nicht missen möchten, in Athen.

Ach ja auch ich liess was in Athen zurück. Da wir ab jetzt auch manchmal Campen werden, mussten meine Haare noch kürzer werden. Da wir nicht immer eine Dusche haben werden, will ich die Handhabung meiner Frisur einfach halten. Das ist mir so auch geglückt. 

Nach Thessaloniki reisten wir gemütlich per Zug. Wir wollten etwas aufholen und Boden machen. Noch fünf Nächte, zwei davon im Zelt und endlich durften wir die 8. Grenze überschreiten. Seit 6 Tagen sind wir in der Türkei. Ein sehr gastfreundliches Land. Wir werden oft zu Chai (Tee) und einmal sogar zum Zmittag eingeladen. Ein kleiner Wortschatz mussten wir uns unumgänglich zusammenstellen. Es können lange nicht alle Englisch. Die eine Nacht in Gelibolu verbrachten wir bei Haydar und seiner Familie. Er ist Englischlehrer und bevor wir abreisten, besuchten wir die Schule und wurden der ganzen Schüler- und Lehrerschaft vorgestellt. Die eine Lehrerin hat sich gleich in Pädu verguckt und gab ihm Türkischunterricht: Hallo – Merhaba, Danke – Tesekkür ederim, 1-Bir, 2-iki, 3-Üc, Schweiz – isvicre und Strasse – yol.

Seit gestern sind wir nun in Istabul und diese Stadt ist noch faszinierender als Athen. Eine Mischung aus fast schon Marokko aber noch nicht Indien. Auch hier fanden wir ein gemütliches Appartement neben einer kleinen Teestube und Mitten im Lampengeschäftsviertel. Die Haupteinkaufsstrasse erkundeten wir gestern und heute nach drei Stunden im Sultanspalast inkl. Haremshaus verliefen wir uns im Grossen Bazar. Zurück im Heim und aus dem Lärm, pfläzen wir gemütlich lesend und Blog schreibend auf dem Sofa. Die Wäsche ist gewaschen und parat für die Weiterreise in zwei Tagen.  Was wird uns wohl erwarten?

Liebe Grüsse Körndle & Patrik

   
    
 

Anflug nach Athen

Couchsurfing mal anders.

In Patras versuchten wir uns wiedermal mit Couchsurfing. Eigentlich liefs ganz gut, da unsere Anfrage umgehend von Christos angenommen wurde. Auf dem Weg dorthin viel uns aber auf, dass wir gar keine Adresse hatten wohin wir eigentlich radeln sollten. Zum Glück gibts Handys. Per SMS kam die gute Botschaft (als Koordinaten für Google Maps). 

Patras liegt ja bereits auf der peloponnesischen Halbinsel, welche man per Fähre oder Brücke erreichen kann. Da auf der Brücke (Mautpflichtig) nirgendwo ein Fahrradverbot stand, entschieden wir uns kurzerhand für diese Variante. Die Dame an der Zahlstelle stutzte zwar ein wenig, lies uns aber passieren, um sonst. Einzig der starke Seitenwind wollte uns dann doch noch an der Überfahrt hindern. Wir aber hielten an unserem Plan fest. 

Also fuhren wir in Patras ein und zielgerade zu Christos Haus. Dieser meldete aber, erst ab 21:00 zuhause zu sein. Mist, wir wollten doch unter die Dusche. Der Schlüssel sei aber im Briefkasten. Mittlerweilen war es dunkel und als Fremde machten wir uns mitten in einer Wohngegend an einem Briefkasten zu schaffen. Wenn da mal nur keiner die Polizei ruft. 

Aha, falsches Haus 🙂 . Kein Schlüssel im Briefkasten, mist. Also klingelt man da wo Licht brennt und fragt die Person nach dem richtigen Haus. Die Frau (mitte 50ig) zieht sich ein paar Schuhe an und zeigt uns wo wir suchen müssen. Also grübeln wir nun zu dritt in einem neuen Briefkasten. Und, bingo, der Schlüssel ist da.   

Nun in Kurzfassung: die Hütte gehört abgerissen, den Besitzer haben wir nie zu Gesicht bekommen (da es anscheinend das Haus seiner „nicht mehr irdischen“ Grosseltern ist) aber die Nacht war angenehm und ruhig. 

Nationalfeiertag in Korinthos.

Den Griechischen Nationalfeiertag (25.03) verbrachten wir in Korinthos. Der verregnete Morgen half uns, ohne schlechtes Gewissen den Wecker mal nicht zu stellen. Ab 12:00 war dann grosser Umzug angesagt. Und genau da kam die Sonne raus. Also hinaus, guten Platz ergattern und brav zuschauen. 

Der Umzug war 1 zu 1 der Soläte in Burgdorf kopiert (Betrug!). So reihten sich erst die Schulklassen auf, dann Polizei, Feuerwehr und das Rote Kreuz und zu guter letzt, das Militär. Nach 2h war der Spuk vorbei und die Leute schon fast wieder zu Hause. Ähm, und wo steigt nun die Party? Aber, nichts da mit Trallala.

Einfahrt Athen. 

Von Korinthos geht die Strasse über den Kanal von Korinth (sehr eindrücklich) wieder aufs Festland. Und von da an alles der Küste entlang bis nach Athen. Unspektakulär. Zu unserer Überraschung aber, rief uns bei einer Trinkpause jemand unsere Namen zu. Hä, wir kennen doch niemand hier! Um die Ecke kam Vasilis, unser Vermieter in Astakos (5 Tage früher). Er erkannte uns an den Leuchtwesten und dachte, Leute auf dem Fahrrad mit Gepäck, das können nur die crazy Swiss people sein. 

Die Strasse nach Athen war dann ne 4 spurige Schnellstrasse. Uns wurde aber mehrmals versichert, dass dies der einzige Weg rein in die Stadt sei und für Velos völlig legitim. Hier muss man noch anmerken, dass viele Leute in Griechenland (und auch weiter nördlich) nicht wissen, dass man mit dem Fahrrad nicht auf die Autobahn gehört. Fragt man nach dem Weg (und das Fahrrad steht daneben) wird einem oft die Autobahn als schnellste Verbindung empfohlen! Also durchbeissen und pedalieren. Und so landeten wir ohne grosse Umwege bei unserer Wohnung, welche wir nun ein paar Tage unser Zuhause nennen. 

Lieber Gruss, Körndle & Patrik       

   
    
 

Albanien

Kein anderes Land in Europa wird mit so vielen Vorurteilen belastet wie Albanien. Wie oft wurde uns gesagt „spätestens in Albanien geht eure Reise zu Fuss weiter, da die Räder geklaut wurden“ oder „passt auf, in Albanien fährt euch der Erste über den Haufen“ bis zu „in Albanien kriegt ihr sicher einen Käfer von der fehlenden Hygiene“. Und ich muss sagen, mir gefällt das Land und mir gefallen die Leute. Einziger Wehrmutstropfen ist der viele Abfall welcher überall rumliegt, nein sogar mutwillig in den Strassengraben gekippt wird. Und dies nicht nur Hausmüll sondern ganzes Mobiliar oder Bauschutt. Schade für ein so schönes Land. 

Ach ja, da war aber noch diese Busfahrt von Vlore nach Sarande. Nach reichlicher Recherche fanden wir heraus, dass der Bus morgens um 7:00 geht. Also, 5:00 auf, Frühstück und ab zur Busstation. Nur war das kein grosser Reisecar sonder ein kleiner Minibus welcher unsere Strecke fuhr. Und nö, hier passen unsere Räder nicht rein. Also, keine Etappe im warmen Bus sondern erneut mit Mannes- (Fraues-)kraft weiter. 

Die Reise führte uns weiter nach Tempelene und Gyrokaster von wo wir die Grenze nach Griechenland überquerten. 

Kleine Anekdote noch, an unserem Hotel in Tempelene stand draussen gross „Shitet“ angeschrieben! Ah, öh, wie bitte!? Bis wir herausfanden, dass das auf Albanisch „zu verkaufen“ heisst. Das Zimmer war günstig (15€) und sauber, nur die Heizung war wohl bereits verkauft worden. 

Und dann hiess es erneut „Passport please“. Also nein, eigentlich murmelte der Typ etwas uns unverständliches zu und bei seiner grimmigen Mine hätte er gut auch sagen können „was wollt ihr den hier? Geht nach Hause, lasst mich in Ruhe und überhaupt, wieso habt ihr kein Auto wie jeder halbwegs vernünftige Mensch!“. Aber Griechenland hat uns und wir sangen „Griechischer Wein, mhh, dudu, trallala (tja, Songtexte kennen war noch nie unsere Stärke). 

Am Abend erreichten wir Ioannina, eine nette Stadt in den Bergen Griechenlands. Von hier ging die Reise südwärts nach Arta und Preveza. 

Unterwegs gabs Fisch, bezahlt haben wir zwei, gemundet hat nur einer 😉 .

In Preveza hatten wir dann ne kleine Einlage mit nem Unterwasser-Tunnel, welcher eigentlich für Fahrräder gesperrt ist. Nun, die Alternative war ein Umweg von 2 Tagen. Also wir Schweizer und nix verstehen von Griechischen Strassenschilder (auch nicht wenn dies ein Fahrrad auf weissem Grund mit einem roten Kreis darstellt). Zum Glück kam der zuständige Tunnelchef mit seinem Fahrzeug 5min früher als die Polizei und so landeten wir mit unseren Velos auf seinem Anhänger und nicht in einer muffigen Zelle. Nette Leute diese Griechen!

Nun welche Hindernisse uns sonst noch gestellt wurden gibts in der nächsten Ausgabe. 

Lieber Gruss, Körndle & Patrik

    

     
 

Verflixtes 7. Land

Griechenland endlich! Tsatsiki, Griechischer Salat mit Feta, Souvlaki, Gemista und ein Ouzo zum Schluss. Wie wir uns auf all diese Schlemmereien freuten. In Kroatien kochten wir meistens selber. Hier mal ein paar unserer bewährten Gerichte: Linsen mit Gemüse, Lauchreis, Gehacktes an einer Tomatensause und Mais, Gemüsesuppe, Teiwaren mit Sauerrahm-Randen-Sauce, Kartoffeln und Kürbis an Olivenöl, immer mal ein Ei und sogar mal Poulet und Rosmarinekartoffeln im Ofen. Wir ernähren uns noch sehr ausgewogen und gesund das wird sich dann schon noch ändern.

So nun eben endlich im Schlemmerland Griechenland angekommen, lege ich (Körndle) doch glatt am zweiten Tag eine üpige Strassenpizza an den Wegrand. Dies wohlbemerkt 15km vor dem Ziel. Das Ziel war zusätzlich noch schwierig zu finden. Eine aufgestellte Englischlehrerin im Dorf weiste uns den Weg. Pädu managte alles. Ich war noch fähig unter die Dusche zu stehen und ab ins Bett. In der Nacht wiederholte sich mein Schlechtsein und es zog sich leider noch einen Tag in die Länge. Doch Indianer kennen ja bekanntlich keine Schmerzen also hies es weiterradeln. Auch das Appartement machte uns überhaupt nicht an zu Verweilen. 
Nun sind wir in Astakos ca. 100 km vor Patras und geniessen ein Appartement mit bombastischer Aussicht. Unsere Radlerbeine und vor allem mein Magen brauchten mal wieder einen Ruhetag und das haben wir auch verdient.

Die bereits erwähnte Busfahrt in Albanien und was wir sonst noch spannendes und spezielles erlebt haben – erfahrt ihr später.

Auf bald Liebe Grüsse

Körndle und Patrik

   
    
 

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑